Was gibt es Schöneres, als das Jahr dort zu verabschieden, wo die Welt noch ein bisschen langsamer tickt? Vom 28. Dezember bis zum 04. Januar haben wir uns für eine Woche in den hohen Norden gewagt. Unser Ziel: Egense, ein beschaulicher Küstenort an der Mündung des Limfjords.
Es war eine Woche voller Kontraste – zwischen der klirrenden Kälte der Ostsee und der wohligen Wärme unseres Ferienhauses.
Ankunft im Winterwunderland
Schon bei der Ankunft wurden wir von einer dänischen Winterkulisse begrüßt, wie sie im Buche steht. Bei Temperaturen um die -3°C und einem strammen Ostwind verwandelte sich die Küstenlandschaft in ein glitzerndes Feld aus Frost und leichtem Schnee. Egense ist im Winter kein Ort für Massentourismus; es ist ein Ort für Menschen, die das Meer in seiner rauesten Form lieben. Die Ruhe hier ist fast greifbar.
Aktiv im Frost: Mit dem Rad über den Fjord
Ruhe bedeutet für uns aber nicht Stillstand. Dick eingepackt und mit Helmen gewappnet, haben wir die Umgebung auf zwei Rädern erkundet. Ein besonderes Highlight war die Überfahrt mit der kleinen Fähre nach Hals. Wenn einem die kalte Meeresbrise um die Nase weht und die Wintersonne tief über dem Wasser steht, ist das „Hygge“-Gefühl perfekt. Die Radtour am Deich entlang war die ideale Vorbereitung auf die gemütlichen Abende am Kamin.
Unser privates „Ally Pally“
Zurück im Ferienhaus verwandelte sich das Wohnzimmer in eine Sportarena. Unser Fokus lag dieses Jahr klar auf Dart. Während draußen der Wind mit über 20 mph um die Ecken pfiff, entfammte drinnen der sportliche Ehrgeiz.
Besonders für unseren Sohn gab es nur ein Thema: Luke „The Nuke“ Littler. Als sein absoluter Lieblingsspieler begleitete uns Luke durch die gesamte Woche. Sobald im Fernsehen die Übertragung aus London startete, wurde es laut im Haus.
„Wenn Pitbulls ‚Greenlight‘ aus den Boxen dröhnte, gab es kein Halten mehr. Das ist der Moment, in dem auch bei uns in Egense die Dart-WM-Stimmung auf den Siedepunkt stieg.“
Wir verfolgten jedes Match live, fachsimpelten über Littlers Wahnsinns-Averages und versuchten in den Werbepausen, seinen Rhythmus am eigenen Board zu kopieren. Die Profis im TV als Inspiration, die Pfeile in der eigenen Hand als Realität – unser Ferienhaus wurde zu unserem ganz persönlichen „Ally Pally“.
Silvester zwischen Deich und Dartboard
Den Jahreswechsel verbrachten wir fernab vom großen Trubel:
- Dänische Köstlichkeiten: Ein Besuch beim Schlachter in Hals versorgte uns mit allem Nötigen für ein gemütliches Familienessen.
- Die Ruhe genießen: Statt großer Partys genossen wir die Zeit als Familie. Lange Spaziergänge und Radfahrten am zugefrorenen Deich halfen dabei, den Kopf für das nächste Leg frei zu bekommen.
- Der Jahreswechsel: Um Mitternacht blickten wir über das dunkle Kattegat. Ein paar Raketen stiegen über dem Hafen von Hals auf, doch bei uns dominierte die friedliche Stille – zumindest bis am nächsten Tag wieder die Darts flogen.
Das Finale als Krönung
Das absolute Highlight folgte kurz vor der Abreise: Das WM-Finale am 3. Januar. Gemeinsam mit unserem Sohn fieberten wir mit, wie Luke Littler mit einer unglaublichen Performance seinen Titel verteidigte. In der Abgeschiedenheit von Egense zu sehen, wie sein Held zum jüngsten Doppel-Weltmeister aller Zeiten wurde, war der perfekte Abschluss unseres Urlaubs.
Fazit: Hygge in Reinform
Die Woche war genau das, was wir als Familie brauchten. Wir haben die Akkus aufgeladen, unsere Dart-Skills perfektioniert und die dänische Winterluft genossen. Wer Action sucht, ist hier falsch. Wer aber Ruhe, Zeit für die Liebsten und Weltklasse-Sport sucht, wird Egense lieben.
Ein Prosit auf das neue Jahr – und auf das nächste Bullseye!



